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globallocal game; 2 everywheres
"global village"; everything is connected, everybody has access. octopus' tentacles; "they are everywhere", fear of the dominant other.
http://homepage.univie.ac.at/frank.hartmann/Essays/Sassen.htm
McLuhan hat den Terminus vom Global Village geprägt; was von seiner Vorstellung übrigbleibt, ist der über Kommunikation errichtete soziale Zwang, die eingeschränkte Bewegungsfreiheit, die sich mit dem Leben auf dem Land und in den Dörfern eben auch verbindet. Die Städte haben sich, ganz entgegen seiner unbedachten Prognose, keineswegs aufgelöst. Welche Chance aber hat Urbanität tatsächlich im telematischen Zeitalter? Spielt es wirklich keine Rolle mehr, wer mnan ist und wo man access hat, wo man elektronisch zuhause ist? Wie spielen die Verhältnisse des Realen und des Virtuellen zusammen, wie läßt sich eine Architektur des Informationsraumes denken? Sassen fragt: gibt es eine Entsprechung der "Electrotectur"? Das Besondere an ihrem Ansatz ist, daß sie die Frage nach der Urbanität ganz neu aufwirft: wie gestaltet diese sich unter Bedingungen einer Transformation der Kommunikationsverhältnisse? Bei aller Virtualisierung geht es doch vorrangig noch um die Orte konkreter wirtschaftlicher Aktivitäten.

http://homepage.univie.ac.at/frank.hartmann/Essays/Architektur.htm
Das zweite Beispiel stammt von Paul Virilio, dem rastlosen Kritiker der medialen Beschleunigung, für den die politisch-moralischen Konsequenzen der Medien- und Informationstechnologie jetzt gar in einen "Cyber-Faschismus" münden. Wiederum sieht man „unsere" Gesellschaft einer fundamentalen Bedrohung ausgesetzt, die von einer Industrialisierung des Hörens und Sehens ausgeht und „unser" Weltbild via Kommunikationsmittel angeblich „überfremdet". Diese These ist in ihrer Rhetorik (wie alle Biologismen und andere Fundamentalismen) abstoßend, könnte aber doch einen richtigen zeitdiagnostischen Kern enthalten. Nur hapert es da mit der Begründung: wenn Virilio die „Scheinwelt" der Informationstechnologien angreift, die reales Leiden und Gewalt in unserer Gesellschaft nur überdecken, dann spielt er mit der alten und unglaubwürdig gewordenen Dichotomie von Sein und Schein, die hier wirkliche Bildung setzt und dort nur Trug und Verblendung (Virilio: „virtuelle Kunstrealität") zu sehen vermag.

Wenn Menschen etwas tun, dann geschieht das an bestimmten Orten. Ihre körperlich gebundenen Aktivitäten sind strikt lokalisierbar: Arbeiten, Essen, Schlafen, Entspannung — dies alles erfordert eine gewisse Funktionalität der unmittelbaren Umgebung, als deren Gestalter unter anderem Architekten in Erscheinung treten. Aber vielleicht sind, auf dem Weg in eine endogene Architektur, Architekten die jetzt aussterbende Spezies: schon wenn wir diese Vorstellung ihrer Tätigkeit über die banale technische Gestaltung von Bauteilen und Gebäudekomplexen hinaus ausdehnen, dann stellen wir Ansprüche, denen das klassische Berufsbild nicht mehr entsprechen kann.